Flamingo (phoenicopterus) Filografie

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Von seinen rot leuchtenden Federn hat der Flamingo seinen Namen. Der lateinische Name dieses Liebesvogels, Phoenicopterus bedeutet, dass sich der Flammenreiher im Feuer der Liebe verjüngt.

Deswegen reitet der indische Gott Brahma, mit den 4 Gesichtern auf einem Flamingo, wenn er sich auf Liebespfade begibt. Mit ihm kann er gedankenschnell an jeden beliebigen Ort des Universums fliegen.

Flamingos fliegen häufig in Schwärmen der untergehenden Sonne entgegen, ins Abendrot hinein. Sie fliegen Tausende von Kilometern weit um geeignete Lagunen zum Brüten zu suchen. Hier brüten sie in riesigen Kolonien.

Ich versuche zu ergründen, wie es sich anfühlt, sich in einem Schwarm zu bewegen, Teil dieses Schwarms zu sein. Dies gelingt mir am ehesten beim Tanzen, wenn ich meine Bewegungen verkleinern muss, wenn mir jemand zu nahe kommt, oder versuche in der Mitte zwischen zwei anderen Tänzern zu bleiben.

Es ist nicht nur ein äußerer Prozess, in dem ich mich auf eine oder mehrere Personen konzentriere, sondern es wird mit wachsender Übung ein innerer Prozess, bei dem ich anfangs hoch konzentriert bin. Nach einiger Zeit aber lässt die Konzentration nach und ich fühle nur noch mit der Musik. Die Umwelt nehme ich nur noch als Schatten wahr. Ich tanze im Flow, schwinge und fühle mich aufgehoben wie ein Vogel im Schwarm.

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=_HckXGvCe4M&feature=youtu.be

Hier habe ich den Herstellungsprozess eines Filografiebildes dargestellt, in dem ich nicht nur Nägel einschlage und mit Lackdrähten verbinde, sondern mich auch intensiv mit dem Lebensgefühl der Flamingos beschäftige.

 

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Die Elfe und der Schmetterling

Elfe und Schmetterling

Bereits im alten Ägypten wird die Seele als Schmetterling dargestellt. Am Schmetterling können wir erkennen, wie sich die Sicht der Dinge wandelt. Er geht durch mehrere Transformationen: vom Ei zur Raupe häutet er sich mehrmals, wird zur Puppe, befreit sich aus seinem Kokon, um dann als wunderschöner Schmetterling zu schlüpfen.

Auch wir Menschen verändern uns, wie die Schmetterlinge.

In der Romantik wird der Schmetterling auf Grabsteinen als Metamorphose abgebildet.

Die wunderschönen heiteren und fröhlichen Elfen, Lichtwesen denen man Flatterhaftigkeit und Leichtlebigkeit nachsagt wurden mit Schmetterlingsflügeln dargestellt. Natürlich fühlen sie sich auf einer blühenden Sommerwiese besonders wohl.

Im Film versuche ich zu zeigen, wie mühsam es ist, ein Paradies mit einer Elfe und einem Schmetterling zu erschaffen und dass wir deswegen auch umsichtig damit umgehen sollten:

https://www.youtube.com/watch?v=vQrKhet8fYE&feature=youtu.be

Blumen und ihre besondere Symbolkraft in der islamischen Kunst

In der islamischen Kunst werden Fassaden oder Kunstgegenständen gerne mit Blumen verziert. Deshalb finden wir auch in der Filografie und Kalligrafie häufig Darstellungen von Blumen.

Bestimmte Blumen besitzen eine besondere Symbolkraft. Sie sind ein Beweis für die schöpferische und lebensspendende Macht Allahs. Ihr jährliches Blühen und Vergehen symbolisiert die Sterblichkeit des Menschen und der vom Islam versprochenen Auferstehung der Gläubigen zu einem ewigen Leben im Paradies.

 

Die Tulpe – Lale

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Die osmanische Schreibweise „Lale“ (original persisch: „Laleh“) setzt sich aus den gleichen Buchstaben zusammen wie der Name Allahs. Deshalb wird sie als ein mystisches und göttliches Symbol angesehen und in der Kunst gerne verwendet. Ihre sechs Blätter symbolisieren die sechs islamischen Glaubensbekenntnisse.

Im Persischen heißt die Tulpe: „Lale“ und auf türkisch „tülbent . Dieser Begriff bezeichnete ursprünglich einen Turban.

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Die Rose Gül

Gül ist in der Türkei ein beliebter weiblicher Vorname und auch auch Teil von Vornamen.

Im Sufismus wird oft das Symbol der Rose gebraucht. Die Dornen stehen für das islamische Gesetz, der Stängel ist der Weg. Die Blüte gilt als Symbol der Wahrheit, die den Duft der Erkenntnis in sich trägt. In der islamischen Mystik wird berichtet, dass die Rose aus dem Schweiß des Propheten Muhammad auf seiner Himmelsreise entstanden ist.

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Die Rose gilt als Manifestation des göttlichen Glanzes des Ganzen, des Vollkommenen.

 

Kalligrafie – Geheime Botschaften?

Zahlreiche Kunstwerke aus der Filografie stammen aus der Kalligrafie.

Vor etwa 700 entwickelte sich im Orient die Kalligrafie, die Kunst des schönen Schreibens. Sie ist eine traditionelle Kunst, mit der heilige Worte niedergeschrieben wurden.

Weil im Islam keine Bilder von Lebewesen dargestellt werden durften, ließen die Künstler ihre Fantasien in Formen von ausdrucksstarken Ornamenten fließen, mit der sie die Schrift verzierten und manchmal auch ihre Bedeutung der Worte verschleierten. So wie hier, auf dem Blatt bei genauerem Betrachten der Name Allah in lateinisch und arabisch erscheint:

allah-auf-latein-und-arabisch

Die Kalligraphie – die Kunst des Schönschreibens war geboren.

Natürlich floss diese Kunstform auch in die Architektur oder in die Teppichwebkunst ein.

Die arabische Schrift wird von rechts nach links geschrieben und ihre innere Schönheit wird durch die Kalligrafie hervorgehoben.

Eine besondere Bedeutung hat in der Zahlenmystik des Islams der Buchstabe wav:

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Dieser Buchstabe zeigt den Fötus im Mutterleib, die Position der Niederwerfung zum Gebet.

Im Laufe seines Lebens  richtet sich der Mensch auf zum Alef, dem ersten Buchstaben im arabischen Alphabetes, der dem Zahlenwert Eins entspricht.

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Mit zunehmendem Alter kehrt er schließlich in die Position des Wav zurück.

Gerne wird der Buchstabe Hu or Huwa dargestellt. Er ist im Sufismus der Name für Gott:

huwa

 

Tanzende Derwische

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Überall in der Türkei trifft man auf Abbildungen der drehenden Derwische des Mevlevi-Ordens. Mevlevi bedeutet: „zu Gott gehörend“.

Der anatolischen Dichter und Mystiker Dschelaleddin Rumi wurde 1207 geboren und gilt als der geistige Vater des Ordens der tanzenden Derwische. Tiefe Gottesliebe zeichnete ihn aus und seine Lehre richtet sich an alle Menschen, aller Religionen.

„Komm und komm wieder, wer immer du bist / Ungläubiger, Feueranbeter oder Götzendiener / Hier ist das Tor zur Hoffnung, komm so, wie du bist.“ (Rumi)

Die drehenden Derwische führen den Gottesdienst als Zeremonie aus, die Sema genannt wird. Indem sie sich für eine kurze Zeit von der Welt abwenden, nähern sie sich Allah an.

Das rote Schafsfell, vor dem sich die Tänzer und Musiker verneigen symbolisiert den mit Gott vereinigten Rumi.

Ihr irdisches Leben legen sie mit ihrem schwarzen Umhang während des Tanzes ab. Darunter erscheint das weiße Leichengewand des Ichs und weist auf die Neugeburt im Paradies hin. Der Filzhut symbolisiert ihren eigenen Grabstein.

Die Tänzer drehen nach links, in Richtung des Herzens und neigen den Kopf nach rechts. Mit der rechten Hand nehmen sie den Segen des Himmels auf und mit der linken geben sie ihn an die Erde ab.

 

Mit der  Sonnentechnik  kann in der Filografie die Drehung besonders schön dreidimensional wiedergegeben werden. Beim Vorbeigehen am Kunstwerk glaubt man zu sehen, wie sich  der Derwisch dreht.

Durch eine andere Technik können jede Menge Nägel eingespart werden, der Derwisch wird transparenter  scheint schon nicht mehr auf dieser Welt zu tanzen…

 

 

 

Filografie – Ausstellung in Göppingen 26. -29. November 2016

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Während draußen die Temperaturen in den Minusbereich rutschten, wurden die Gäste in den warmen Räumen des Rumi Kulturvereins mit Speis und Trank bewirtet:

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Hier wurden die Salzkörner auf der Brezel mit Perlen gestaltet.

Der Lebensbaum wurde von den fünf Künstlerinnen, die zusammen die Filografie erlernt hatten, gemeinsam als Freundschaftsbaum gestaltet. Die Früchte  bestehen aus Spiegeln.

Dieser Baum symbolisiert für die Künstlerinnen das gemeinsame Miteinander beim Leben, Arbeiten, Feiern,…so dass sich kulturelle Vielfalt entfalten kann:

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Auch für die Adventszeit wurden Filografien erstellt:

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Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele Menschen verschiedener Nationalitäten unsere Ausstellung besucht haben.

 

 

 

Geckos

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Geckos Sie bevölkern seit etwa 50 Millionen Jahren die Erde. Hawaiianische Legenden berichten sogar, dass Geckos bereits im Garten des ersten Menschenpaares lebten.

In Polynesien sind Geckos ein Symbol für Langlebigkeit und Wiedergeburt. Sie gelten als heilig und kommunizieren mit Göttern und Ahnen.

Eine große magische Echse manifestiert sich gerne im Körper eines Geckos. Deshalb werden den Geckos übernatürliche Kräfte zugeschrieben.

Gelegentlich verwandelt er sich aber auch in den verführerischen Körper einer Frau, die ihre großen Augen mit der Zunge reinigt und der kein Mann wieder stehen kann.

Geckos wechseln ihre Farbe nach Belieben und können ihren Schwanz bei Gefahr abwerfen.

Geckos unterhalten sich mit Zischlauten und rufen geko geko wenn sie hungrig sind.

Hier habe ich sie festgenagelt:

https://www.youtube.com/watch?v=Ndlu6UTRhHQ

Und sie bringen Glück.